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Als Jugendliche
hatte es mich immer sehr beeindruckt, wenn manche Leute in nahezu jeder Lebenslage einen passenden Bibelspruch parat hatten. Ich dachte damals, niemals werde ich die Bibel so gut auswendig können und soviel Mut haben, mich immer zur Bibel als Ratgeber zu bekennen.
Als ich älter wurde fiel mir an diesen ehemaligen Vorbildern Verschiedenes kritisch auf: Die zitierten Bibelstellen wiederholten sich des Öfteren, wenn man genau nachlas, passten die angegeben Zitate oft nicht wirklich. Und vor allem bemerkte ich, dass die Bibel immer nur in der Gemeinde und unter Christen zitiert wurde, das hätte ich mich auch noch getraut! Diese Art seinen Glauben schon fast hervorzukehren, ging mir zunehmend auf die Nerven. So wollte ich der Aufforderung des Petrus nicht nachkommen. ! Seid jederzeit bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt. Rede und Antwort, das klingt fast so, als sei man den anderen etwas schuldig?
Menschen über die Hoffnung des Glaubens im Unklaren zu lassen, ist eigentlich so etwas wie unterlassene Hilfeleistung. Durch menschliche Worte und Taten wird die Botschaft der Liebe Gottes für den Zweifelnden glaubhaft.Darauf kommt es Petrus nämlich auch an, nicht nur mit Worten sollen die Christen überzeugen, sondern auch mit ihren Handlungen und dem ganzen Lebensstil. Bekenntnis und sichtbare Taten sollten zusammenpassen. Und sie sollten zum Bekennenden gehören, echt sein. Petrus ermahnte und ermutigte seine Mitchristen dazu, weil er weiß, dass sie unter erheblichem Druck stehen. Sie wurden oft wegen ihres Glaubens angegriffen oder belauert. Wir haben es eigentlich leichter, die meisten von uns müssen weniger ertragen, wenn sie über ihre Überzeugungen Auskunft zu geben wollen! Trotzdem brauchen auch wir die Ermunterung, unsere Erfahrungen mit Gott weiterzugeben. Es ist nämlich am Anfang schwer, eigene Worte zu finden oder das eigene Denken und Handeln christlich überzeugend zu begründen. Damit legen wir auch Rechenschaft gegenüber uns selbst ab. Eine Gemeindeveranstaltung oder Gottesdienste bieten dazu ebenso eine Gelegenheit wie ein kurzer Artikel im Gemeindebrief. Dies sind gute Übungen, damit dann die Gespräche mit Kritikern des Glaubens leichter fallen. Dabei können Sie sich auf Gottes Unterstützung verlassen.
Viel Mut wünscht
Ihre/ Eure Pastorin
R. Steinert

