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"Du siehst wirklich unmöglich aus, der verhält sich doch unmöglich..."
Mussten Sie sich das schon mal anhören? Unmöglich ist nicht unbedingt ein Kompliment, wenn es auch nicht eindeutig ein Schimpfwort ist. Vielleicht finden Sie diese Jahreslosung eigentlich auch unmöglich? Vielleicht hilft es ein wenig nachzuforschen, wie dieses bekannte Zitat entstanden ist. Jesus begegnete einem jungen Mann, der offensichtlich vermögend war und der ihm sehr sympathisch war. (Das ist eher ungewöhnlich, Jesus tendierte in seinen Vorlieben eher zu armen Leuten und überhaupt erfahren wir selten, dass Jesus eine Vorliebe für jemanden hegte.) Es kommt zum offenen, tiefgehenden Gespräch und schließlich geht es um den Kern: Was muss ich tun, um erfülltes ewiges Leben zu haben? Ich gebe mir Mühe, ich erfülle alle Gebote. Jesus zweifelt diese selbstgewisse Haltung nicht an. Aber dieser Mann hatte den Sinn der Gebote, den Sinn von Nachfolge überhaupt, nicht verstanden. Gebote sollen ja nur der Weg sein zu erkennen: Du hast deine Hoffnung nicht in der Hand.
Du gewinnst nur alles, wenn du alles verlierst. Wenn du beginnst, Gott zu lieben, statt dir deine eigene Leistung vorzurechnen.
Und Jesus will ihm auf die Sprünge helfen, lädt ihn ein, alles wegzugeben, loszulassen, alle Sicherheiten aufzugeben und mit ihm mitzugehen. Dazu ist er aber nicht bereit und geht traurig weg.
Ist das eine pessimistische. Erzählung? Sie wäre es, wenn es nicht ihren Schluss gäbe, dem die Jahreslosung entstammt. Als noch der traurige Ausgang der Begegnung diskutiert wird, weitet Jesus den Blick seiner Freunde. Nicht in unseren Möglichkeiten liegt unsere Chance, sondern in Gottes unendlicher Güte und Größe. Seine Weisheit und Liebe kann verwandeln, was alle menschlichen Bemühungen nicht erreichen können. Gottes Möglichkeiten erweichen ein hartes Herz, erreichen eine verdunkelte Seele und einen störrischen Dickkopf.
Für Gott ist eben niemand unmöglich! Wenn das nicht eine ermutigende Nachricht ist!
Es grüßt Sie /Euch ganz herzlich
Pastorin Ruthild Steinert
