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Schnucki, Mausezähnchen, Herzi

– können Sie sich noch erinnern, mit welchen Worten Sie jung verliebt oder als kleines Kind umschmeichelt wurden? Eigentlich sind Kosenamen nicht immer sehr originell oder kitschfrei. Und trotzdem tut es uns gut, wenn Zuneigung und Liebe auch eine Sprache finden. Sie festigt das Band zwischen zwei Personen und zeigt dem anderen, egal, was die anderen sagen, für mich bist du ... - wie ein Schatz. Dieser Kosename ist neben Liebling sicher einer der am häufigsten gebrauchten und oft wird er auch so gedankenlos dahergesagt, dass es mit dem Ausdruck von Zuneigung und Nähe nichts mehr zu tun hat.

Trotzdem ist gerade diese liebvolle Umschreibung eines Menschen vielsagend und auch ein bisschen verräterisch: ein Schatz, das hat mit Gold und Silber, Geld und Edelsteinen zu tun.

Es ist ein Begriff, mit dem wir eine große Anhäufung von kostbaren, materiellen Gütern verbinden. Nun müssten doch alle, die so genannt werden, empört aufschreien. „Bin ich etwa nicht mehr für dich als nur ein Haufen Edelmetall, bin ich etwa nicht ein Mensch und nur ein Ding?!!“ Aber mit dem Wort „Schatz“ verbinden sich nicht nur die angehäuften Kostbarkeiten, sondern viel mehr. Mit einem Schatz verbindet sich die Sehnsucht danach, und der Triumph, wenn man wirklich diesen einen gefunden hat. Ein Schatz verspricht immer die Erlösung von den Ängsten und Nöten des irdischen Daseins, er soll nicht nur Sicherheit geben sondern den Traum von der Erfüllung aller Wünsche verwirklichen. Das verbindet uns direkt mit den Zeitgenossen des neuen Testamentes. Auch dort gehörte der Traum, einen Schatz zu finden, zu den beliebten Fluchten des Alltags. Und das gerade besonders, weil die Welt Jesu von unvorstellbarer Armut bestimmt war.

Jesus selbst aber zerstreute alle Hoffnungen, die sich Glück durch einen Schatz, durch Reichtum, versprachen. Glück versprechen und auch erfüllen kann nur Gott selbst. Wer sich von Ihm alles erhofft, auf Ihn setzt, hat den eigentlichen Schatz gefunden. 

Die Frage ist natürlich, wie ernst ist uns die Aussicht, bei Gott alles zu bekommen, was ein Schatz zu geben scheint. Wenn das so ist, werden alle anderen Schätze, alle anderen Seligkeiten relativ. Sie sind etwas Wunderbares auf Zeit (zum Beispiel die Menschen, die wir „Schatz“ nennen), können aber ein Leben, das in Gott ein Ziel findet, niemals ersetzen.

Vielleicht ist die Zeit des Sommers mit allen seinen Freuden eine gute Zeit, um sich ruhig zu fragen:

  • Was lässt mein Herz wirklich höher schlagen?
  • Wohin geht meine Sehnsucht?
  • Was ist eigentlich längst zum Wahn geworden.
  • Auf welche Freude will ich noch setzen?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Antworten finden, die Sie selig machen werden.

  Ihre/Eure  Ruthild Steinert