Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde

einmal im Jahr verwandelt sich das verträumte Rudolstadt in eine quirlige Weltmetropole. Dann reisen Musiker aus allen Kontinenten an und erfüllen große Plätze und kleine Straßenecken mit dem Klang ihrer Stimmen und Instrumente. Und was es da nicht alles zu hören gibt: Gitarren und Dudelsack, Trompeten und Balalaika, Sithar und Hackbrett. Diese Vielfalt ist beeindruckend und öffnet den Blick für die Lebensweise und Kultur anderer Länder.

Doch nicht nur die Musik führt auf diese Entdeckungsreise. Auch der Duft und der Geschmack aus aller Welt laden ein, Neues auszuprobieren und zu verkosten. Leben in seiner Fülle ist so viel mehr, als ich es mir in meinem kleinen Erfahrungshorizont vorstellen kann. Mich stimmt es dankbar, wenn ich durch solche Begegnungen daran erinnert werde. Dann keimt eine Ahnung auf, wie groß, weit und bunt Gottes Liebe zu seiner Welt und uns Menschen ist.

Dankbarkeit ist staunende Liebe. Und wer staunen und lieben kann, gehört zu den Gesegneten dieser Erde

Manfred Hausmann

Vielleicht ist tatsächlich das Staunen der Anfang für Dankbarkeit, gegenseitigen Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben. Lassen wir uns noch darauf ein?

Kinder können uns das Staunen lehren. Wenn sie beginnen, die Welt zu entdecken, ist alles spannend und faszinierend: die Ameisen und die Bäume, das Gras und die Wolken. Mit allen Sinnen begreifen und kosten sie das Leben. Es braucht also gar nicht viel, um das Staunen zu lernen. Eigentlich ist dazu nur Aufmerksamkeit nötig.

Nehmen Sie sich doch jeden Tag einige Minuten Zeit zum bewussten Schauen, Lauschen oder Schmecken. Betrachten Sie zum Beispiel eine Blüte, achten auf das Vogelgezwitscher oder kauen ganz langsam ein Stück Brot. Entdecken Sie dabei neu die liebevolle Fürsorge Gottes, der alles so wunderbar gemacht hat.

Ich wünsche Ihnen/ Euch, dass sich aus dem Staunen eine tiefe Dankbarkeit entwickelt und die Freude an der Fülle des Lebens.

Ihre/Eure Andrea Petzold