Augenblick

Monatsspruch Juni

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.

1. Könige 8,39

Geistliches Wort

von Peter Vesen zum Monatsspruch Juli zum Nachdenken

Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: „Steh auf und iss!
Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“
1. Könige 19 Vers 7

Himmelhochjauchzend – und zu Tode betrübt! Kennen wir solche Situationen? Der Elia kann einem schon leidtun. Was war alles geschehen? Ganz kurz ein paar Worte zur Situation:

Einige Jahre war Elia heimatlos, hatte sich verstecken müssen und wurde von Ahabs Staatspolizei gesucht. Er war gewissermaßen vogelfrei! Sein Leben galt nichts mehr. Mutig hatte er dem König dessen Schuld Gott gegenüber vorgehalten. Mutig hatte Elia eine lange Dürre als Strafe Gottes angekündigt. Die Dürre kam und König Ahab und Israel waren am Ende. Elia wurde von Gott durch die Dürrezeit getragen und bewahrt und durch Raben und die Witwe in Zarpat gespeist. Mutig stellte er sich auf dem Karmel gegen die 450 Baalspriester und betete um ein Gottesurteil. Als Gott Elias Opfer annahm und das der Baalspriester verachtete, ließ Elia diese hinrichten. (Damit habe ich heute große Probleme.) König Ahab und seine Frau Isebel waren von dem Gottesurteil anscheinend nicht sehr beeindruckt, sie waren nur sauer über die Hinrichtung der Baalspriester. Isebel schwört Elia sogar Rache. Wir lesen in 1.Köinige 19 Vers 2: Da schickte Isebel einen Boten zu Elia, der ihm ausrichten sollte: „Die Götter sollen mich schwer bestrafen, wenn ich dir nicht heimzahle, was du diesen Propheten angetan hast! Morgen um diese Zeit bist auch du ein toter Mann, das schwöre ich!“ Was tut Elia? Statt nun seinen Sieg über die Priester zu feiern, statt Gottes Allmacht zu vertrauen, bricht all sein Mut plötzlich zusammen. Elia läuft um sein Leben und fällt müde in der Wüste bei Beerscheba unter einen Busch und bittet Gott darum, ihn sterben zu lassen.

Ja, ähnliche Augenblicke gibt es, nicht immer so dramatisch wie bei Elia. Ich erinnere mich an solche Situationen, ohne genau sagen zu können, wann das war. An eines erinnere ich mich aber doch noch sehr genau. Da hatten wir wunderbare Erfahrungen mit Gott gemacht, damals in Lörrach mit den Drogenabhängigen. Fünfzig und mehr junge Menschen besuchten unsere Gottesdienste und viele kamen zum Glauben. Plötzlich gab es wochenlange Verleumdungen gegen mich in der Presse, gefördert und geschürt von einem evangelischen Pfarrer, von „frommen“ Leuten und von „Geschwistern“ meiner Gemeinde. Da liegt man abends im Bett und denkt: „Mach End oh Herr, mach Ende!“ Gott sei Dank waren Menschen an meiner Seite, die mich aufgerichtet und ermutigt haben: „Mach weiter, lass dich nicht entmutigen!“

In der Wüste, unter dem Busch, bekommt Elia nun ebenfalls Gottes Nähe und Zuwendung zu spüren, denn Gott, „der allein das Herz aller Menschenkinder kennt“, (Monatsspruch für Juni aus 1. Könige 8 Vers 39), wendet sich seinem verzagten Mitarbeiter zu. Gott macht Elia klar: „Ich bin immer noch an deiner Mitarbeit interessiert! Du bist nicht am Ende! Es geht weiter, ich habe noch viel mit dir vor!“ Liebevoll kümmert sich ein Bote Gottes (ein Engel) um ihn, weckt ihn und gibt ihm zu essen und zu trinken. Er lässt Elia wieder schlafen und als der Bote zum zweiten Mal kommt, da hört Elia das Wort, das unser Monatsspruch für Juli ist: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“ Elia isst und trinkt! Jetzt ist er wieder der Alte, gestärkt für 40 Tage und 40 Nächte. Bevor er erneut in eine Depression fallen kann, greift Gott ein. Nach Wind, Erdbeben und Feuer hört Elia vor der Höhle, in der er Rast macht, ein stilles sanftes Sausen, in dem Gott selbst zu ihm spricht und bekommt einen neuen Auftrag: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“

Wo trifft uns dieses Wort heute? Eventuell schon morgens beim Aufwachen? Mutig oder mutlos und besorgt? Manche Fragen beschäftigen uns wohl zurzeit besonders: Was wird Corona uns noch bringen? Was bringt die 2. Welle, von der immer geredet wird? Oder auch: Ich bin allein, warum soll ich noch froh nach vorne schauen? In welcher „Höhle“ würden wir uns gerne verstecken, unter welchem „Busch“ einfach schlafen? Die Erfahrung von Elia soll uns Mut machen zu vertrauen: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“ Und Jesus sagt uns: „Ich gehe mit dir, denn: Siehe ich bin bei dir alle Tage, bis zum Ende der Welt!“

In dieser Gewissheit seid Gott anbefohlen. Voller Erwartung hoffe ich darauf, dass wir uns bald wieder in unseren Gottesdiensten persönlich treffen werden
Euer Peter Vesen

Monatsspruch Juli

Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“

1. Könige 19 Vers 7