Im Blick: Wie habe ich die Corona-Zeit erlebt?

Mein Schulalltag während „Corona“

Natürlich hat sich mein Schulalltag sehr verändert. 1,5 Meter Abstand halten, Maskenpflicht auf dem Schulhof, Online-Unterricht. Das Online-learning ist für viele eine Herausforderung, da es (zumindest bei uns) relativ unstrukturiert ist und verschiedene Lernplattformen genutzt werden. Wir hatten auch das Glück, I-Pad Klasse zu sein, somit wir Arbeitsblätter einfach in unser Schreibprogramm einfügen können. Andere müssen immer an deren Computer und alles ausdrucken. Der Onlineunterricht hat auch einiges positives in dieser Lage dazu beigetragen. Wenn man nochmal alle Inhalte erklärt bekommt, versteht man die Aufgaben gleich viel besser. Durch die aktuelle Situation schreiben wir auch keine Klassenarbeiten oder kriegen generell keine Noten mehr, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Ich denke, das Schwerste an der aktuellen Situation sind die fehlenden Treffen mit Freunden. Keine App der Welt kann das persönliche Treffen mit Bekannten ersetzen. Ich hoffe, dass diese Situation schnell vorübergeht.

Aurelia Wilm


Meine Gedanken zu Corona

Zuerst habe ich nicht gedacht, dass Corona etwas mit meinem Leben zu tun haben wird, dass es uns hier wirklich erreichen wird.

Dann kam der Lockdown. Das war wie Lähmung, wie Stillstand; positiv gesehen auch wie Beruhigung, Entschleunigung, mehr Zeit, ausgedehnter Schlaf.

Danach waren die Gedanken an die Menschen da, die direkt betroffen waren, gesundheitlich und sozial durch übermäßige Arbeit, Kurzarbeit mit finanziellem Verlust, Angst um den Arbeitsplatz, Sorge um die Kinder und deren Betreuung, um die Älteren die man absichern musste, um den häuslichen Frieden.

Parallel dazu habe ich gestaunt und war erfreut über das Riesenangebot an Hilfe und Kreativität um die Situation in unserem ganzen Land zu bewältigen.

Später habe ich den direkten Kontakt mit den Enkeln und Kindern schmerzlich vermisst, auch den mit Freunden und vertrauten Menschen. Zu Letzteren zählt auch die Gemeinde. Peter Vesen betreute (und betreut) uns aufmerksam und engagiert mit

Gottesdienstalternativen, Gedanken und Denkanstößen zur Wochenmitte . Dank an ihn. Ein richtiger Gottesdienst ist jedoch einfach nicht zu ersetzen: die realen Gemeindemitglieder fehlen, die Freude in deren Gesichtern und Gesten, die Vertrautheit der Liturgie, der gemeinsame Gesang, die musikalischen Beiträge, der Blick ins Gesicht des Predigers und (ganz wichtig) der Segen am Ende. Natürlich fehlen auch alle gemeinsamen Aktivitäten der Gemeinde, wie Kirchencafé, Montags-Gespräch, gemeinsames Mittagessen etc.

Und nun ist ein wenig Licht am Ende des Tunnels, zaghafte Hoffnung, dass wir es geschafft haben könnten, konkrete Gedanken an die Zeit danach, etwas Entwarnung und Aufatmen. Ich möchte dabei die nicht vergessen, die es nicht geschafft haben, die Menschen betrauern, die mühsam einen beruflichen Neustart angehen müssen, die Not und Verletzung erlitten haben und jetzt in ihr Leben integrieren müssen. Diesen gelten meine Fürbitten. Für mich, meine Familie, Freunde und Bekannten darf ich Dankgebete sprechen für die Bewahrung. Es tut so gut zu wissen, an wen ich mich wenden darf.

Vielen Dank an Eli, der meinen Beitrag für den Gemeindebrief wieder in Form gebracht hat.

Eure Gaby Wolmann


My Home Office

Die vergangenen Monate haben mir nicht nur gezeigt, wie wohl behütet wir sind, sondern es mich auch schätzen gelernt, dass ich selbst über meine tägliche Lebensgestaltung entscheiden kann. Eigenverantwortliches Arbeiten im Home Office ist für mich als Selbständigen nichts Neues und dafür bin ich jetzt besonders dankbar.

Auch privat genieße ich dadurch Unabhängigkeit.

Zeit hatte ich auch vermehrt für meine Familie (wenn ich die Kinder auch manchmal nervte ). Zur Verbundenheit mit der Gemeinde haben die Worte per Mail von Peter Vesen beigetragen, welche mich auch im Alltag immer begleiten. So denke ich zB beim Läuten von Kirchenglocken immer an eine Kirche in Jugoslawien. Aber auch virtuelle Gottesdienste im Livestream von der EMK und vom Heinrich Pesch Haus in LU haben mich in dieser Zeit begleitet.

Alles in allem hat mir die bisherige Corona-Zeit neue Perspektiven eröffnet nach der Devise:

Nicht klagen über das, worauf ich verzichten muss, sondern erkennen und dankbar Nutzen, was an neuen Impulsen möglich ist.

Dennoch freue ich mich wieder auf eine Zeit von persönlichen Gesprächen und Begegnungen nach dem Shutdown.

Marcus Wilm.


Corona – wie lange noch?

Dieses Virus hat uns alle tief getroffen und betroffen gemacht. Am Anfang sprach man von einer normalen Grippe, die in dieser Zeit gang und gäbe ist. Aber dann brach die Epidemie mit brachialer Gewalt über uns herein. Die Schutzmaßnahmen, die politisch angeordnet wurden, waren notwendig und wurden im Wesentlichen befolgt. Und das war gut so. Jeder von uns muss immer noch seinen Anteil dazu beitragen. Was mich betrifft, bin ich eingeschränkt, weil ich seit Wochen nicht mehr in den Gottesdienst gehen kann. Die Gemeinschaft und die Begegnungen mit anderen fehlen. Keine Umarmung, kein Gesang, kein Abendmahl. Kein Plausch mit Freunden, kein Theater, kein Museum, kein Kino. Mich trifft es als „Einzelkämpfer“ besonders hart – ich kann nur mit mir selbst reden. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist der Fernsehgottesdienst und das Telefon. Und wöchentliche schriftliche Predigten am Sonntag und das Wort zur Wochenmitte von Peter Vesen. Die ersten Lockerungen gibt es bereits, und wenn wir uns noch ein wenig in Geduld üben, sehen wir bald Licht am Ende des Tunnels.

Wolfgang Pausch


Online learning – Fluch oder Segen

Seit ein paar Monaten müssen wir unsere Schulaufgaben online bearbeiten. Die meisten Schüler haben sich gefreut, weil sie nicht mehr in die Schule müssen. Aber ist das wirklich so toll? Könnte man jetzt für immer online lernen oder braucht man persönlichen Kontakt und geregelte Schulstunden?

Dadurch, dass man Zuhause ist, wird man leichter abgelenkt. Man hat sein Handy neben sich liegen, dann noch vielleicht ein Tablet oder einen Computer. Da ist die Versuchung natürlich groß, besonders, wenn man das Gerät für die Schulaufgabe braucht und dann Pop-up Benachrichtigungen kommen. Natürlich gibt es keinen Lehrer, der einen ermahnen kann, wodurch man sich noch leichter ablenken lässt und seine Zeit verschwendet.

Alleine lernen macht weniger Spaß. Egal was man macht, meist macht das Ganze mit Freunden mehr Spaß. Auch in der Schule ist das so. In der Pause, beim Vokabeln lernen, beim Einüben eines Dialoges, den man vortragen soll und noch viel mehr ist es alleine öde und man braucht andere, um motiviert zu werden. Natürlich kann man so viel leichter abgelenkt werden, aber das ist es wert, wenn man insgesamt eine bessere Leistung bringt.

Wenn kein Lehrer da ist, gibt es keinen, der einem die Sachen erklären kann, die man nicht versteht. Kurz seine Hand heben und seine Frage stellen geht nicht mehr. Entweder muss man sich im Internet schlau machen, was ziemlich dauern kann, weil selbst eine Weinbergschnecke schneller ist als unser Internet oder man versucht irgendwie seine Lehrer zu erreichen, die gegebenenfalls gerade die schülerfreie Zeit genießen. Wenn nichts von den beiden Möglichkeiten etwas bringt, kann man auch versuchen, seine Eltern darüber auszufragen. Manchmal können die einem helfen, manchmal stehen sie aber auch selber auf dem Schlauch und dann sitzt man in der Patsche.

Heutzutage ist online learning ziemlich sinnlos. Man hat kaum ein ordentliches Konzept, und die meisten Schulen leben digital noch in der Steinzeit. Vielleicht kann man hoffen, dass es in ein paar Jahren besser wird, aber solange brauchen wir unsere mehr oder weniger kompetenten Lehrer noch.

Laura Denkmann


Zwischen Resignation und Rebellion…

...so würde ich im Rückblick meine Gefühle in den ersten Wochen der Corona-Krise beschreiben.

Zwischen dem 13. und dem 18. März wurde ich praktisch in allen Lebensbereichen dazu gezwungen, aus dem Neustart nach einer gerade überstandenen Krankheit innerhalb von Tagen auf null zu bremsen. Der erste Bereich betraf den Gottesdienst am 15. März, den ich schon vorbereitet hatte und alle weiteren Veranstaltungen in Gemeinde und Allianz, der zweite die Arbeit und der dritte die familiären Kontakte.

Zunächst fühlte ich mich wie in eine Art Schockstarre versetzt. Darauf folgte eine Trotzreaktion: Wieso können wir nicht diesen einen Gottesdienst noch feiern und uns wenigstens noch einmal sehen? Alle waren vernünftig, aber ich habe überlegt, wie ich die Regeln umgehen könnte.

Auf der Arbeit fühlte ich mich regelrecht entmündigt: Keiner durfte mehr ohne triftigen Grund auch nur das Gebäude betreten. Ich bin doch kein kleines Kind, das man derartig gängeln darf! Ich weiß doch schließlich, was ich tue! Und wer soll nach wer weiß wie langer Zeit die liegen gebliebene Arbeit machen? Das ist doch niemals zu schaffen!

Solche und ähnliche Gedanken dominierten bei mir die erste Zeit.

Dazu kam die Frage, wen ich in den nächsten Wochen überhaupt noch persönlich treffen durfte: Kinder und Enkelkinder oder meine Eltern? Und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich mit 59 Jahren von den meisten Experten selber zur Risikogruppe gerechnet wurde! Ich wollte diese Entscheidung nicht treffen und war froh, dass unsere Kinder einhellig der Meinung waren, dass Abstand jetzt dran sei, auch wenn sie sich genau wie wir danach sehnten, uns zu sehen. So wurde mir auch diese Entscheidung abgenommen, worüber ich ausnahmsweise froh war.

Innere Kämpfe folgten, auch wenn ich nach außen hin versuchte, ein Minimum an Struktur und Kontrolle zu behalten: depressive Gefühle, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen hielten Einzug und es fiel mir schwer, meinen reduzierten Alltag anzunehmen.

Das Gefühl von Kontrollverlust dominierte anfangs alles andere und ich haderte auch mit Gott, der doch mit einem Fingerschnipsen diesem Spuk ein Ende bereiten könnte. Trotzdem behielt ich meine Zeit der Stille bei, ich hatte ja mehr als genug davon, wenn ich nichts tun und niemand treffen durfte. Immer wieder wurde ich in der Folge durch Bibelworte ermutigt, die ich z.B. in den Losungen oder meiner fortlaufenden Lesung fand: „Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27,5) war eines davon. Oder Philipper 4,7: „Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ In einem Andachtsbuch fand ich am 24. März folgende Sätze: „Du befindest dich in einer Phase deines Lebens, in der du lernen musst, loszulassen: geliebte Menschen, Besitz, Kontrolle. […] Wenn du dir bewusst bist, dass ich (Jesus) immer bei dir bin, kannst du dich auch inmitten umwälzender Veränderungen sicher fühlen.“ (aus: Sarah Young, Ich bin bei dir)

Genau das war es, was ich brauchte: eine Sicherheit mitten in all diesen Unwägbarkeiten.

Ermutigung durch die regelmäßigen Botschaften von Peter Vesen, Nachrichten meiner Gebetspartnerinnen aus der Allianz, Telefonate, Online-Gottesdienste und Online-Gebetstreffen kamen dazu. Wieder neu habe ich gemerkt, wie wichtig für mich auch die persönliche Stille, das Gebet und mein Tagebuch sind, um mich zu reflektieren und neu auszurichten. Kontrolle abzugeben an den, der allein alle Kontrolle hat und meine Gedanken auf Ihn auszurichten - meinen Vater im Himmel - anstatt auf die Unmöglichkeiten, zu denen jeden Tag neue hinzukamen, das hat mich immer wieder aus dem Loch herausgehoben, das sich vor mir auftat.

Sogar einzelne persönliche Treffen waren von Zeit zu Zeit möglich und als wir nach fünf Wochen Abstinenz endlich unsere Enkel wieder sehen durften, war das wie ein Fest und tat nicht nur den Kleinen gut, sondern auch den Großen!

Angela Tiesler


Meine Corona-Zeit

… habe ich als überwiegend positiv erlebt, weil ich die Kinder dicht und mehr als sonst bei mir hatte und das tat besonders gut. Ich war froh, dass ich nicht homeoffice machen musste, sondern jeden Tag ins Büro fahren konnte, wo unter Sicherheitsauflagen weitergearbeitet wurde. Mein Beruf wurde als systemrelevant eingestuft, ich bekam sogar vorsorglich einen „Passierschein“ ausgestellt für den Fall, dass eine Ausgangssperre verhängt werden sollte. Etwas nervig war zeitweise der eingeschränkte Zugverkehr (nur noch 1x stündlich), aber Platz hat man immer genug in der Bahn. Meine Kinder haben das Homeschooling von unserer relativ modernen Schule (IGS Kandel) selbständig gemacht und sich gegenseitig unterstützt. Durch „Corona“ bekam ich ganz schnell einen Termin im Schlaflabor und eine gute Therapie gegen meine Dauermüdigkeit/Schlafapnoe. Außerdem war in dieser Zeit mein Abschied vom bisherigen Arbeitgeber in Korntal bei Stuttgart – nach 29 Jahren. Durch Corona war die Verabschiedung im Kollegenkreis sehr kurz – aber ich fand es sehr schön und genau zu mir passend. Von vielen konnte ich mich hinterher noch persönlich verabschieden. Seit 01.05.2020 arbeite ich nun 5 Tage pro Woche in Karlsruhe und staune immer noch, wie gut der neue Arbeitsplatz auf mich passt. Ich bin bei der Stadt Karlsruhe im Personal- und Organisationsamt angestellt für die Gehaltsabrechnung im Städtischen Klinikum und kann meine Berufserfahrung gut einbringen. Ich bin Gott sehr dankbar!

Henrike Denkmann