Augenblick

Geistliches Wort –

von Peter Vesen für die Monate März bis Mai zum Nachdenken

Liebe Leserin, lieber Leser!

Drei Monate liegen vor uns, in denen drei wichtige Themen des christlichen Kalenders gelebt und gefeiert werden: Passion, Ostern und Pfingsten. Da fällt es schwer, sich für einen Monatsspruch zu entscheiden. Lesen wir zuerst einmal die
Monatssprüche:

  • März: Jesus Christus spricht: „Wachet!“ Markus 13 Vers 37
  • April: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1. Korinther 15 Vers 42
  • Mai: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!“ 1. Petrus 4 Vers 10

Drei Worte sind mir spontan ins Auge gesprungen:

„Wachet!“, „Es wird gesät!“ und „Dient einander!“

Darüber möchte ich kurz nachdenken, ohne unbedingt den Textzusammenhang theologisch genau zu betrachten!

Beim ersten Blick scheinen alle drei Monatssprüche gut ins Frühjahr zu passen:
Wachet, damit nichts mehr einfriert oder erfriert, nachdem in diesem Jahr die Natur schon weit in der Frühjahrsblüte vorgeprescht ist. Dann habe ich gesehen, dass überall die Bauern bereits die ersten Aussaaten machen. Und viele alte Menschen warten darauf, dass nach den Wintermonaten jemand da ist, der/die ihnen beim Frühjahrputz hilft, mal die Wohnung lüftet oder sie ab und zu an die Sonne bringt. Soweit meine spontanen Gedanken, die sicher schön und richtig sind, aber was bringen diese Worte uns hier im Gemeindebrief?

Wachen und Passion: Da muss ich den Zusammenhang nicht suchen, den hat unser Herr uns gegeben. Den Jüngern sagt er: „Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“ (Matthäus 26,41) Es war kalt in Gethsemane, in ihren Herzen stieg Kälte auf, Kälte der Angst und Hoffnungslosigkeit. Wie nötig dieser Hinweis war sehen wir an Petrus, der Jesus verleugnete! „In vielen wird die Liebe erkalten!“, hatte Jesus den Jüngern angekündigt (Matthäus 24,12). Die Passion Jesu erinnert uns daran, dass es immer Menschen geben wird, die Gottes und Jesu Weg verhindern und daran, dass es nicht wärmer wird in dieser Welt. Darum seid wachsam und geht diesen Schwarzmalern nicht auf den Leim, denn wir wissen ja von

Ostern und „Es wird gesät“:Es macht mir in diesen Tagen viel Freude an den Feldern entlang zu fahren und die tapferen Landwirte zu sehen, wie sie schon begonnen haben zu eggen und zu säen. Warum tun sie das? Weil sie vom Leben wissen, das in dem Samenkorn steckt, und weil sie darauf vertrauen, dass das Wunder des Lebens alle Jahre wieder geschieht! Da denke ich unwillkürlich an die Osterbotschaft: Das Leben hat gesiegt!

Der Monatsspruch fällt mir ein und 1. Korinther 15, 53-57 (könnt ihr nachlesen) mit dem Siegesruf: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ Der Schmerz, den der Tod uns zufügt, bleibt und vergeht nicht immer schnell, aber den Sieg hat er nicht! Am Ende kommt uns die liebende Hand unseres Herrn entgegen, der uns hält und ans Ziel bringt. Diese Nachricht vom Leben durch Christus ist das Saatgut, das wir schon in den Passionstagen mit uns tragen und überall ausstreuen dürfen, wo Menschen in Dunkelheit und Kälte leben, manchmal sogar leben müssen! Deshalb!

Dient einander!“: Von Jesus weitersagen, zu meinem Glauben stehen!? Das sagt sich so leicht und ist doch oft so schwer. „Ich traue mich nicht, was sollen andere denken?“ Es geht dabei aber um den wichtigsten Dienst, den wir anderen tun können! Da kommt die Pfingstbotschaft gerade richtig! Die Jünger lebten nach Ostern zunächst verängstigt und zurückgezogen. Ihr Glaube und ihre Hoffnung waren nahezu am Nullpunkt. Aber nachdem Jesus sie verlassen hatte, warteten sie gespannt auf das Kommende. Vom Heiligen Geist hatte Jesus geredet! Da passiert das, was wir an Pfingsten feiern: Der Heilige Geist packt die Jünger und die haben plötzlich nichts Besseres zu tun, als von der Liebe Gottes in Jesus Christus zu predigen! Die denken nicht an die Gefahr, die für sie immer noch da ist und auch nicht daran, sich lächerlich zu machen. Sie sind erfüllt von Gottes Geist und seiner Liebe. Das sollen, ja, das müssen alle erfahren. Lassen wir uns in diesen Dienst aneinander einspannen: Wachen, säen und dienen!

Peter Vesen