Rückblick

Weihnachten – Heiliger Abend

Familien-Gottesdienst am 24. Dezember 2019 in Kandel

An Heilig Abend sind die Gottesdienste immer gut besucht, auch von vielen Gästen.

Was kann man anbieten, außer den bekannten Liedern, der Musik, dem Chor, der Predigt?

Die Friedenskirche ist voll, die Besucher voller Erwartung und …dann gehen die Lichter am Weihnachtsbaum aus, die Kerzen am Adventskranz werden ausgepustet, der Raum verdunkelt sich langsam. Weihnachten?

Ein Dialog: „Mama, was machst Du da? Der Gottesdienst muss beginnen.“ – „Anfangen? Ich wollte gerade aufhören.“ – „An Heilig Abend? Das ist gegen die Tradition.“ – „Und was gehört zur Tradition zu Weihnachten?

Der Adventskranz. Im Kinderheim das „Rauhe Haus“ in Hamburg (gegr. 1833) spielte das Weihnachtsfest eine große Rolle. Aber die lange Vorweihnachtszeit! Da nahm der Heimleiter ein Wagenrad und befestigte so viele Kerzen vom 1. Adventssonntag bis Weihnachten. Für Werktage kleine rote und für Sonntage weiße dicke Kerzen. So lernten die Kinder gleichzeitig zählen (das war 1839). Daraus wurde viel später ein Kranz aus Tannengrün mit 4 Kerzen für die 4 Adventssonntage.

Der Weihnachtsbaum. Diese Tradition kommt aus dem heidnischen. Immergrüne Pflanzen waren Symbole für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Der Tannenbaum als Weihnachtsbaum wurde vor ca. 500 Jahren in Stockstadt am Main und im Straßburger Münster aufgestellt. In die Wohnzimmer der „normalen“ Bevölkerung kam der Baum erst vor 200 Jahren (wenig Nadelwälder und deshalb wahnsinnig teuer). Freuen wir uns an einem geschmückten und hell erstrahlenden Weihnachtsbaum.

Süßer die Glocken nie klingen … Vor einigen hundert Jahren waren die Kirchturmglocken wichtige Informanten (Uhrzeit, Brand, Unwetter, Feind, Gebet) Heute laden sie uns zum Besuch der Christmette ein.

Kerzen. Früher Laternen mit Kerzen für die Dunkelheit. Eine bedeutende Lichtquelle. Ein Symbol der Hoffnung. Jesus Christus selbst, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, bringt Licht in unsere Welt.

Ich steh an deiner Krippe hier Eine einfache Behausung, Stroh, Ochs+Esel, Maria+Josef, in der Mitte ein Futtertrog mit dem Jesuskind. Franz von Assisi gilt als der „Erfinder“ dieser Darstellung der Weihnachtsgeschichte (1223). Eine Krippe im heutigen Sinn 1562 in Prag.

Plätzchen (Zuckerbrot) = Ursprung im Mittelalter.

Warum beschenken wir uns zu Weihnachten? Eine Wurzel liegt im Bibelvers Johannes 2,16: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (einzigen) Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“. Auch die Weisen aus dem Morgenland brachten Geschenke (Gold, Weihrauch + Myrrhe).

Das Geheimnis des Weihnachtsdatums. Weihnachten feiern wir Christen erst seit dem 4. Jahrhundert. Vermutlich unter Kaiser Konstantin wird der 25. Dezember als Tag der Geburt Christi gefeiert. – Das war eine kurze Zusammenfassung. Danke an Cornelia Günther für diese Weihnachts-Tradition und allen, die am Gottesdienst beteiligt waren. Für Lesungen, Gebete, für viele Weihnachtslieder, den Musikern, dem Chor und dem Besuch.

H. Pokropp


Spielenachmittag der Senioren 60 plus

Die sieben wackeren Pfälzer

Wie jedes Jahr im Januar laden die Senioren 60 plus zum Spielenachmittag ein. Durch Tod und Krankheit war die Gruppe, die sich traf, kleiner geworden. Traditionell gab es zuerst Kaffee und Kuchen von fröhlichen Gebern. Fröhlich waren auch die Gespräche dazwischen. Amüsant – Bonmots aus früherer Zeit wurden geplaudert. Ein Stichwort gab das nächste Erlebnis frei. Ob Schule, Hardtmühle, Hexennacht, jeder wusste etwas zu berichten. So wurde die Kaffeezeit weit überschritten. Gisela hatte dann den glorreichen Gedanken, das Spielen auf das nächste Jahr zu verschieben, um noch einige lustige Geschichten zu hören. Fröhlich und mit viel Erheiterung wurden die nächsten Episoden erzählt. Zwei unterhaltsame Stunden und für viele etwas Neues gehört zu haben, ging der Seniorennachmittag zu Ende. Ob unsere Kinder in späterer Zeit auch noch solche Erlebnisse haben?

Wolfgang Pausch


Erfahrungen mit Gott

Ich lasse dich nicht, denn du segnest mich. Gen 32, 27

Jakobs Kampf hat mich in meiner eigenen Lebensgeschichte zweimal existenziell berührt. Sie ist mir Trost, Hoffnung und Lebensgewissheit geworden.

Das erste Mal, als ich vor 15 Jahren meine Lebertransplantation durchlebte. Mein Neffe Dirk teilte mit mir seine Leber (Lebendspende), und ich hing 10 Wochen auf Leben und Tod in den Seilen. Während dieser Zeit und in den schlaflosen Nächten war mir plötzlich die Jakobsgeschichte vor Augen. Ich hatte an meinem Krankenbett einen kleinen Messingengel, der mich an den Traumkampf Jakobs erinnerte. Im Gebet berief ich mich auf diese AT Bibelstelle, "Herr, von allem verlassen halte ich mich mit meiner letzten Kraft an dich, ich lasse dich mein treuer Gott nicht, denn du segnest mich!" Und er offenbarte sich, indem er mir meine Angst nahm, Geborgenheit und innere Ruhe schenkte.

Das gleiche erlebte ich 5 Jahre später wieder. Ein Multiorganversagen hatte mich mit einem Fieberschub über Nacht aus dem gewohnten Leben gerissen. Die Ärzte der Uniklinik gaben mir keine Überlebenschance. Da fiel mir wieder die Jakobsgeschichte ein. "Herr, ich lasse dich nicht, denn du segnest mich." Von da an konnte ich alles loslassen, Frieden und innere Geborgenheit überkam mich.

Und nach 4 Monaten konnte ich entlassen werden. Gott lässt mit sich reden! Er ist und war mir innerlich nahe. Es ging mir nicht darum, das irdische Leben zu erhalten, sondern um diese innere Geborgenheit! Und diese schenkte er mir. Mehr brauche ich nicht bis zum heutigen Tag.

Unser Leben ist eine große Wanderung, die sich vollendet, indem wir eines Tages unseren letzten Umzug machen - ohne Möbel und Gepäck.

Friedrich Wagner


Gemeindeabend Senioren 60 plus am 16.02.2020:

Petrus - ein Mann mit vielen Gesichtern

Simon Petrus, der Jünger Jesu, ist wankelmütig, Bekenner und Verleugner zugleich. Er ist schnell mit dem Wort, nimmt den Mund voll und hält nicht immer, was er verspricht. Aus diesem wankelmütigen Menschen soll ein Fels werden - durch die Kraft Christi. Und er ist es geworden. Er hat die erste Gemeinde in Jerusalem gegründet und das Evangelium zu den Heiden getragen. Er wirkt später in Babylon, schreibt von dort durch Silas den 1. Petrusbrief. In der neronischen Verfolgung soll er in Rom umgekommen sein. Petrus lernt Jesus kennen durch Vermittlung seines Bruders Andreas, Joh. 1, 41 ff. Aber diese Begebenheit hat bei ihm noch nicht die Nachfolge bewirkt. Erst das Wunder beim Fischzug, Luk. 5, 5 ff bewirkt bei Petrus einen radikalen Lebenswandel. Jesu intensive Zuwendung bewirkt diesen Wandel. Luk 5, 10 "Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschenfischer sein." Petrus verlässt alles, was ihm bisher wichtig war und folgt Jesu nach. Er erlebte die Wunderwerke Jesu z.B. Matth. 8, 14, die Heilung seiner Schwiegermutter durch Jesus. Oder Luk. 8, 51 die Auferweckung des Jairus Töchterlein. Oder Matth. 14, 28 Jesus begegnet Petrus auf dem Wasser, usw.

Petrus wollte immer Klarheit, z. B. die Frage nach der Sündenvergebung Matth. 18, 21 Herr, wie oft muss ich meinem Bruder, der an mir schuldig geworden ist, vergeben? Ist es genug siebenmal? Jesus: siebenundsiebzig! Das heißt: Liebe ohne Ende. Petrus Bekenntnis! Matth. 16, 16 Du bist Christus der lebendige Gottes Sohn. Antwort Jesu Matth. 16, 17 selig bist du, Simon . . .. - Petrus! Sein Hochmut und Fall, Luk. 22 ,24 - 34 möchte Jesus abhalten, seinen Weg zu gehen. Matth. 26, 35 Petrus, wenn ich mit dir sterben müsste, so will ich dich doch nicht verleugnen. Luk 22, 24 - 34 Jesus rückt Wollen und Wirklichkeit zurecht. Petrus ging nach dem Verrat hinaus und weinte bitterlich Matth. 26, 75 - Jesus steht trotzdem zu Petrus. Petrus gründete die erste Gemeinde durch sein mutiges Bekenntnis und leitete sie mit Vollmacht durch Wort und Gebet siehe Apg. 2, 14; 2, 38; 4, 10 Vollmacht siehe Apg. 5, 19; 12, 7; 6, 4. Petrus bekennt sich zu Jesus bis sein Märtyrertod in Rom sein Wirken beendete. Jesus braucht keine perfekten Menschen, sondern welche, die sich zu Liebe korrigieren lassen. Echte Liebe und Zuwendung braucht die Welt.

Diakon Friedrich Wagner


Unsere Freizeit- und Begegnungsstätte „Haus am Wonneberg“ in Bergzabern

Nicht nur die beiden Arbeitseinsätze (15/16.11. – Bericht Gabi – und 27.2. mittags bis 29.2. abends (ein Bericht wird sicherlich folgen) waren ein voller Erfolg und haben dazu beigetragen, dass das Ferienheim weiterhin einladend und behaglich bleibt. Auch die Belegung war sehr gut. Gegenüber 2017 haben sich die Einnahmen 2018 verdoppelt und 2019 mehr als verdoppelt und damit auch die Besucherzahlen. In den wärmeren und warmen Monaten sind die Wochenenden in 2020 bereits ausgebucht. Dafür können wir nur dankbar sein. Danke für 2019 an Kira Hudel für die guten Vertragsabwicklungen, den Hausmeister-Paaren (alt + jung), dem Hausausschuss mit Peter Vesen (und Margrit fürs Büro), auch Frank Tielmann möchte ich erwähnen – aber einfach alle, die sich einbringen – auch von den anderen Hausausschüssen. Schön, dass es euch alle gibt. Nächste Sitzung am 5. März um 13 Uhr in Bad Bergzabern.

Horst Pokropp

Bericht über den Arbeitseinsatz vom 15. – 16. November 2019
Renovierung der Freizeit- und Begegungsstätte „Haus am Wonneberg“

So war es angesagt und so fand es statt!

Wie eine Aktion der Heinzelmännchen erschien es mir und dazu fiel mir folgender Text frei nach dem Gedicht
„Die Heinzelmännchen“ von August Kopisch ein:

Am Wonneberg, da steht ein Haus, da sah’s nach reichlich Arbeit aus.
An Wänden, Treppen, Fenstern, Türen, da gab es allerlei zu reparieren.

Da kamen – nun gebt acht,
eh man’s gedacht:

die Hessen *– und schwärmten
und klappten und lärmten
und rupften und zupften
und sprangen und trabten
und putzten und schabten.

Am Abend – kurz vor Nacht,
war ein Großteil Arbeit schon gemacht.
Und diese muntre Geisterschar –
am nächsten Morgen war sie auch noch da.

In der Küche unten war nicht Not,
die Henns **, die sorgten sich ums Brot
um Trank und Speis
und den Braten, mit Fleiß.

Und ächzten daher mit den Tellern schwer,
brachten Milch und Kaffee
und Käse und Wurst und Gelee.

Und kneteten tüchtig
und wogen es richtig
und hoben und schoben
und brieten und backten
und klopften und hackten.

Das Feinste gab es zum Schmause
und Lachen und Frohsinn zur Pause.

Gekräftigt war die Geisterschar
und sah, was noch zu werkeln war,
nahm Meißel und Beil
und die Säge in Eil.
Sie sägten und stachen
und hieben und brachen,
berappten und kappten,
visierten wie Falken
und setzten die Balken.
So ging’s das Wochenende fort,
in diesem Haus am Wonneort.

Arbeit geschwind
wie die Mühle im Wind.
Und dann, eh man sich recht versah –
klapp, stand das ganze Haus schon fertig da!

So war es im November 2019 im Haus am Wonneberg in Bad Bergzabern.
Es hat richtig Spaß gemacht und es folgt ja noch die Fortsetzung.

Eure Gaby Wolman


* Die Männer der EmK aus Dillenburg/Donsbach
** Eleonore und Kurt Henn, EmK Bruchsal

 


Prof. Holger Eschmann und „Runder Tisch“ zum Thema Homosexualität

Mit ca. 45 Zuhörern aus Kandel, Speyer und Neustadt war der Vortrag von Prof. Holger Eschmann am 7. Februar in der Christuskirche, Neustadt sehr gut besucht.

Holger Eschmann hat uns mit Einfühlungsvermögen und Verständnis für die unterschiedlichen Haltungen – „liberal“ und „konservativ“ – durch den Abend zum Thema Homosexualität geführt. Er hat dabei erläutert, wie er selbst über die Jahre einen persönlichen Wandel von der „konservativen“ zur „liberalen“ Haltung vollzogen hat, wobei er immer wieder betont hat, wie ihm diese beiden Begriffe eigentlich nicht gefallen.

Großen Raum nahm die Auslegung der zentralen Bibelstellen zum Thema Homosexualität ein (3. Mose 18,22, 3. Mose 20,13; Römer 1,26). Auf Basis der hermeneutischen Bibelauslegung hat er dargelegt, wie diese Stellen aus den jeweiligen historischen und theologischen Hintergründen zu verstehen sind.

Zusammenfassend kann hier gesagt werden, dass aus Sicht von Holger Eschmann sowie vieler Theologen keine dieser Bibelstellen die liebende, verständnisvolle und die auf gegenseitiger Fürsorge bestehende Beziehung zweier gleichgeschlechtlicher Menschen beschreibt. Da diese Art der Beziehung in der Bibel nicht beschrieben ist – auch nicht von Jesus selber – kann kein direktes Verbot abgeleitet werden. – So ein Erklärungsansatz an diesem Abend, der den einen mehr und den anderen weniger überzeugt, wessen sich auch Holger Eschmann bewusst war und ist.

Damit ergab sich das zweite große Thema dieses Abends, das Thema Einheit, so wie sich Jesus diese mit uns und seinem Vater wünscht, nachzulesen in Johannes 17,20-24. Holger Eschmann hat hierbei den zentralen Leitgedanken des „Runden Tisches“ der EMK zum Thema Homosexualität aufgenommen: Einheit trotz Unterschiedlichkeit erhalten. Im Abschlussbericht des „Runden Tisches“ vom 11. Januar 2020 ist dazu zu lesen (nachfolgende einige Auszüge):

„Das Festhalten an der Einheit sehen wir als einen geistlichen Auftrag Jesu, dass wir seinen Leib nicht spalten, sondern versuchen sollen, aufeinander zu hören, was wir brauchen, um zusammen zu bleiben. … In Demut müssen wir feststellen, dass unsere Erkenntnis und Verständigungsfähigkeit zu gering sind, um eine gemeinsame Haltung zu diesen Fragen zu finden. Darum wollen wir, dass die VLO sich zu der Frage der Homosexualität nicht inhaltlich äußert und Homosexualität weder verurteilt noch gutheißt. Das bedeutet, dass die EMK nicht einseitig liberal wird, sondern dass sie in der Frage der Homosexualität neutral bleibt, damit unterschiedliche Auffassungen gelebt werden können.“ - Weiteres nachzulesen unter dem Link: https://www.emk.de/meldungen-2020/verbund-fuer-den-erhalt-der-verbindung

In großer Dankbarkeit blicke ich auf den Abend zurück. Ein besonderer Moment und Zeichen der Einheit war für mich das gemeinsam im Stehen gesungene Segenslied.

Ihr Joachim Ruch

Ökumenisches Frauenfrühstück

Donnerstag, 13.02.2020 Ökumenisches Frauenfrühstück in der EmK-Friedenskirche: die Seele im Kaffeeduft baumeln lassen...
Reden und Frühstücken. Ein offenes Angebot für Frauen.
Thema: Das Weltgebetstagsland Simbabwe – „Steh auf und Geh". Referentin: Andrea Krauß, Landau

Bilder vom Kirchenkaffe, Gemeindemittagessen und einer Chorprobe