Jahreslosung 2020

Geistliches Wort – Monatsspruch Dezember 2019

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht scheint, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott!“ Jesaja 50 Vers 10

Irgendwie scheint dies Wort nicht in die Adventsstimmung zu passen. Dunkel, kein Licht! Aber wir wollen doch die Lichter im Advent anzünden. Viele unserer Mitmenschen tun das, obwohl sie nicht wissen, warum sie das tun. Die Städte werden wieder erstrahlen und überall werden viele auf die Adventsmärkte gehen und sich an den Lichtern erfreuen. Da beginnt der Advent im christlichen Kalender mit so einem Text. Es stellt sich die Frage, ob dieses Wort des Propheten etwas mit Advent zu tun hat? Wann wurde das Wort gesprochen? Der Gottesknecht, so nennt sich der Prophet Jesaja, steht in der Auseinandersetzung mit den Israeliten, die in Babylon im Exil leben. Ihren Glauben hatten viele von ihnen verloren, Feinde umgaben sie. Die durften ihren Mutwillen mit ihnen treiben, sie verspotten und quälen. Nachdem der Prophet zuvor davon gesprochen hatte, dass alles wieder gut wird, dass das Volk zurück zum Zion (der heilige Berg in Jerusalem) kommen wird, dass Gott die Feinde besiegen wird, dass das Elend ein Ende hat, geschieht nichts! Gott schweigt! Schlimmer als die Hetze und Quälereien traf das die Israeliten. Es war dunkel um sie herum geworden. Wenn Gott schweigt, dann ist alles Licht verschwunden. In diese Stimmung hinein hört das Volk den Aufruf des Propheten, weiter zu vertrauen und sich auf Gott zu verlassen. Sie hatten doch die Verheißung durch Jesaja gehört:

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. (Kapitel 9, 1und 5)

Aber das Dunkel um sie herum war zu groß, die Anfechtung kaum zu ertragen. Gott, warum kommt deine Erlösung nicht? Wie es ausging wissen wir, Israel konnte in die Heimat zurückkehren. Gott hatte seine Verheißung erfüllt. Wenn wir heute das Prophetenwort am Beginn der Adventszeit hören, passt es in unsere Zeit. Wir leben heute zwar mit künstlichem Licht, das jeden Winkel und sogar die Nacht erhellen kann, aber in vielen Herzen ist es dunkel. Sorgen, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst machen sich bei vielen breit. Gemeinden und Kirchen werden kleiner, der Glaube beginnt zu zerbröckeln. Viele rufen und fragen: „Gott wo bist, wo bleibst du?“, und die Spötter lachen: „Es gibt keinen Gott, ihr wartet auf ein Trugbild!“ Da hilft mir Jesaja und sein ermutigendes Wort: „Durchhalten! Festhalten! Vertrauen! Glauben!“ Wir wissen es doch: Gottes Verheißung ist wahr geworden, das Kind ist geboren! Jesus, unser Heiland ist gekommen, und er ist der Herr und unsere Zeit ist in seinen Händen! Es gibt keinen Grund aufzugeben und zu verzagen! Darum ist dieses Jesajawort am Anfang der Adventszeit für uns genau richtig! Es macht uns Mut, auch heute unsere Zukunft vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen, treu zu bleiben und froh und dankbar den Advent zu beginnen! Lichter zu entzünden, symbolisch durch die Kerzen, aber gerade auch in unseren Herzen!

Andere mit der Adventsfreude anzustecken, um dann jubelnd Weihnachten zu feiern in der Gewissheit:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O Anfang und Ende steht da!
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer wie kommst
du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde erzählet‘s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden!

Dann können wir voller Vertrauen mit der Jahreslosung für das Neue Jahr beten:
„Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben!“
(Markus 9,24)

Peter Vesen