Corona-Regeln für Gottesdienste auf dem Bezirk ab 15. Mai

In einer Sitzung des Bezirksgemeindevorstandes (10.05.2022) haben wir beschlossen:

  • Einhalten der allgemeinen Hygieneregeln
  • keine Maskenpflicht mehr im Gottesdienst, auch nicht beim Singen (wer will, kann gerne weiter Maske tragen)
  • Bestuhlung der Kirchenräume regelt jede Gemeinde selber; Abstände der Haushalte untereinander können weiter eingehalten werden
  • Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst kann wieder angeboten werden (wenn möglich im Freien um die Kirche)


Corona-Regeln alle anderen Veranstaltungen
Verantwortung liegt bei den Gruppen


Die geltenden gesetzlichen Regelungen bleiben davon unberührt!


Monatsspruch November

Jesaja 5,20

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!


Rundbrief November 2022

Oh weh, geht es mir durch den Kopf, als ich den Monatsspruch für November lese: oh weh mir, denn ich bin mit dem Impuls für unseren Gemeinderundbrief dran. Und: oh weh, was soll ich dazu schreiben? Als erstes fällt mir ein, dass es diesen Spruch gibt: Gibt dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade draus. Aber das ist wohl nicht gemeint mit dem aus sauer süß machen. Hier beim Propheten Jesaja geht es um etwas anderes und dazu ist mal wieder mein Lieblingsmotto beim Bibellesen zu bemühen: Kontext, Kontext, Kontext! Also lesen wir zumindest mal das gesamte Kapitel 5, aber auch gerne vorher und nachher noch weiter, denn die Dichtkunst und die Bildvergleiche sind einfach mega spannend!

Als der Prophet Jesaja in der Hauptstadt Jerusalem auftritt (8. Jh. v. Chr.), da ist die gesellschafts-politische Situation geprägt von Machtgerangel zwischen den Brüderstaaten Israel und Juda und gleichzeitig droht aus dem Norden die assyrische Großmacht über das Land herzufallen. Im Land selbst klafft eine große Kluft zwischen denen, die reich geworden sind und ihren Reichtum schamlos auskosten, während es großen Teilen der Bevölkerung, wie der Mittel- und Unterschicht, schlecht geht.

Diese soziale Ungerechtigkeit weist denn auch auf das Hauptmotiv unseres Bibelverses hin, denn soziale Ungerechtigkeit ist in der Bibel immer gleichbedeutend mit der Abkehr von Gott! Wer sich nicht um Witwen, Waisen und andere am Rand der Gesellschaft schert, der hat auch mit Gott nichts zu tun, denn seine Weisungen sind eindeutig und klar und ihre Nichtbefolgung entweder Dummheit oder Hochmut. Letzteres ist im Kontext unseres Bibelverses der Fall, denn es heißt beispielsweise in den Versen 15-16: „So wird gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann, und die Augen der Hoffärtigen werden erniedrigt, aber der HERR Zebaoth wird hoch sein im Gericht und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit.“

Unrecht zieht die Zerrüttung der Gesellschaft nach sich und dadurch wird sie leichte Beute, wie z.B. für den assyrischen König, der nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, das Land zu annektieren. Und Gott hasst nichts mehr als das Unrecht und dass dieses zu Jesajas Zeit im Lande herrscht, wird bildgewaltig mit den Versen 18-19 ausgedrückt: „Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen und sprechen: Er lasse eilends und bald kommen sein Werk, dass wir’s sehen; es nahe und treffe ein der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn kennenlernen!“ Das ist die Pointe im Kontext unseres Verses! Und ein wirklich dreistes Wort in Richtung Gott. Denn natürlich haben sie von Gott gehört, aber dass sie ihn nicht kennen, ist wohl so zu verstehen, dass er nicht ernst genommen wird in den Drohungen, die er durch seine Propheten an das Volk weitergeben lässt. Warum auch Sorge haben in der eigenen Selbstüberschätzung? Sie halten sich selbst für klug und sind Weltmeister im Weinsaufen und in der Bestechung (Verse 21-23). So gerät eine Gesellschaft in Schieflage und ist leicht zu kippen (Vers 24).

Wer Gott nicht kennt, wer nicht weiß, was Gott will und was ihm gefällt bzw. wer es vorsätzlich missachtet und verspottet, der tut Unrecht. Unrecht wiederum ist etwas, das Gott in seiner Heiligkeit nicht dulden kann. Also ist er drauf und dran, sein Volk wieder zurecht zu bringen. Dazu nutzt er die Invasion der Assyrer (Vers 26), denn anstatt selbst die Herren zu sein, müssen die Menschen nun Demütigung erdulden, um zu erkennen, dass es nur einen gibt, dem es gebührt, sich vor ihm zu beugen: Gott allein. Und wie gerne will Gott seinen Leuten Gutes tun! Aber sie ziehen es vor, sich selbst zu denen zu erheben, die über Recht und Unrecht bestimmen und vor allem für sich selbst das meiste Recht einfordern. Das Recht anderer bleibt dabei auf der Strecke.

Die Menschen bestimmen selbst, was gut und böse ist, wobei das eigene Handeln in aller Ungerechtigkeit als etwas Gutes verkauft wird. Sie machen die Nacht zum Tag, sie verdrehen die Wahrheit, und dass sie das Leben anderer dadurch sauer machen, wird als etwas verkauft, dass die Illusion von Süße mit sich bringt, so nach dem Motto: sei doch froh, dass du nicht so viel hast, dann musst du dir auch keine Sorgen um deinen Besitz machen. Doch weh denen, die das Unrecht Gerechtigkeit nennen und die Gerechtigkeit Unrecht, die alles verdrehen und zu ihrem Vorteil ausnutzen. Sie werden mit den Konsequenzen ihres Handelns leben müssen und am Ende selbst saure Zeiten erleben.

Daher empfinde ich diesen Monatsspruch als eine Art Weckruf, der auch uns dazu anhält, immer wieder darüber zu reflektieren, ob wir noch auf der richtigen Seite stehen, ob wir Gottes Gerechtigkeitsstreben teilen und ernstnehmen und uns ihm verpflichtet fühlen oder ob wir heute hü und morgen hott sagen. Rührt uns das Schicksal anderer noch an und sind wir bereit, für die Gerechtigkeit einzutreten und abzugeben? Weniger für mich, damit andere mehr haben?

Der trübe November ist ein idealer Monat zur inneren Einkehr, für Reflexion, Stille und das vertiefte Gespräch mit Jesus, denn er hat sein Leben voll und ganz in den Dienst von Gottes Gerechtigkeit gestellt. Ich wünsche uns Muse und Zeit, das zu bedenken und für Gebet, Bibellese und Gespräche.

 

 


Friedensgebet zur Ukrainekrise

Jesus Christus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch,
wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. 
Joh 14,27
 

Stille
Gott, Schöpfer aller Dinge, wir beten zu dir für den Frieden in deiner Welt.
Wir beten für das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Schwestern und Brüder in der Ukraine
und in Russland:


Wir beten im Namen des Friedensfürsten.


Wir beten um Weisheit für alle, die Macht haben, damit sie zum Wohle aller Menschen
zusammenarbeiten:


Wir beten im Namen des Friedensfürsten.


Wir beten für diejenigen, die aufgrund von Konflikten vertrieben wurden oder werden, und für
diejenigen, die Aufnahme und Zuflucht bieten:


Wir beten im Namen des Friedensfürsten.


Wir beten für den Frieden in unserem eigenen Leben, in unseren Familien und in unseren Kirchen,
damit wir Gerechtigkeit, Würde und Liebe für alle anbieten können:


Wir beten im Namen des Friedensfürsten.


Gnädiger Gott, erhöre unser Gebet.


Im Namen Jesu Christi, des Friedensfürsten.
Amen.


Text: Pastorin Michaela Youngson, Methodistische Kirche in Großbritannien (Übersetzung: Harald Rückert).

 

Spenden für Ukraine
Geldspenden können auch direkt über die Weltmission laufen:

EmK-Weltmission
IBAN: DE65 5206 0410 0000 4017 73 BIC: GENODEF1EK1
Für eine Zuwendungsbescheinigung sind im Verwendungszweck Namen, Straße und PLZ
anzugeben.


Spenden sind auch über die Gemeindekonten möglich. Bitte gebt "Ukraine" an und wir leiten die Spenden dann umgehend weiter; der Spendenbetrag wird dann in die Jahresbescheinigung aufgenommen.

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