Glaube, der in der Liebe tätig ist

Das Rahmenschutzkonzept vor sexualisierter Gewalt in der Evangelisch-methodistischen Kirche

Die Themen sexualisierte Gewalt und Missbrauch sind in den Medien sehr präsent. Die Zentralkonferenz der EmK Deutschland hat ein neues Rahmenschutzkonzept verabschiedet. Dieses setzt sich zusammen aus den Säulen Prävention, Intervention, Aufarbeitung und Anerkennung erlittenen Leids.

Martin Luther King kam in einer Rede im August 1967 auf das Gleichnis des barmherzigen Samariters zu sprechen. Er sagte zu dem Vorbild des Samariters, dass dies nur der Anfang sei. »Wahre Nächstenliebe, das ist mehr als das Lindern der Not eines Bedürftigen. Wahre Nächstenliebe versteht, dass die Straße umgebaut werden muss, die Bedürftige produziert.« Das neue Rahmenschutzkonzept der EmK dient nicht nur dazu, Maßnahmen zu ergreifen, wenn Menschen Gewalt erfahren haben und weiteren Schaden abzuwehren. Es leitet dazu an, die »Straßen umzubauen« und Gewalt vorzubeugen.

Das Ziel ist: Die Evangelisch-methodistische Kirche bietet sichere Begegnungs- und Entfaltungsräume für alle Menschen.

Seine »Allgemeinen Regeln«, die Ratschläge John Wesleys an die Mitglieder seiner Gemeinschaft, beginnt er mit »erstens: Nichts Böses tun, sondern Böses aller Art meiden…« (II, 3.2 VLO). Vorbeugendes Denken und Handeln, also Prävention, erfordert von jeder Gemeinde, jeder kirchlichen Einrichtung große Anstrengungen und Sorgfalt. Denn die Zeit heilt keineswegs alle Wunden. Wir stehen vor der Herausforderung, uns das scheinbar »Unvorstellbare« vorzustellen, nämlich dass auch in unseren Räumen und Veranstaltungen Übergriffe stattfinden können.

»Lasst die Kinder zu mir kommen«, sagte Jesus zu jenen, die ihm nachfolgten. Heute würde Jesus nicht nur fortfahren »und hindert sie nicht daran«, sondern »und schützt sie!« – und zwar alle, Kleine wie Große, die von Übergriffen gefährdet sind. So verstehen wir das Schutzkonzept als elementaren Bestandteil des Evangeliums in Wort und Tat. Schützen ist nicht, was die Kirche auch macht, sondern was sie ausmacht!

So steht die Umsetzung des neuen Rahmenschutzkonzeptes ganz im Sinne der methodistischen Tradition: ein »Glaube, der durch die Liebe tätig ist.« (Gal 5,6).

Alle Informationen gibt es auf der zugehörigen Webseite der EmK unter folgendem Link:

https://www.emk.de/kirche/rahmenschutzkonzept

Kontakt zur Melde- und Ansprechstelle

Karin Toth
Fachkraft für Prävention und Intervention INSOFA, systemische Beraterin/Therapeutin & Familientherapeutin DGSF

E-Mail: melde-ansprechstelle(at)emk.de
Telefon: 069 242521-177